Sprachförderkonzept

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Grundlage:

RdErl. d. MK v. 1.7.2014

Förderung von Bildungserfolg und Teilnahme von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache

 

  1. Ziele:

Mangelnde Sprachkompetenz erschwert nicht nur die Erschließung von Bildungsinhalten, sondern die aktive Teilhabe an allen Bereichen des Lebens. Ziel der Sprachförderung muss es also sein, alle neu angekommenen Schüler/innen und Schüler möglichst schnell zu befähigen

sich in ihrer Umgebung zu orientieren

mit ihren Mitmenschen zu kommunizieren

interkulturelle Kompetenz zu erlangen

erfolgreich am Fachunterricht teilzunehmen

und somit aktiv ihren kognitiven Fähigkeiten entsprechend zu den höchstmöglichen Bildungsabschlüssen zu kommen.

Dabei sollen alle am Bildungsprozess Beteiligten die Mehrsprachigkeit als Aktivum begreifen, um das Selbstbewusstsein der Schülerinnen und Schüler zu stärken.

 

  1. Zur Situation:

2.1 Schüler/innen mit keiner/wenig Kenntnis der deutschen Sprache

Die Anzahl der neu angekommenen Schüler/innen mit wenig oder keiner Kenntnis der deutschen Sprache variiert ständig, da ältere Schüler/innen häufig nach einem Jahr die Schule in Richtung Berufsbildung verlassen. Zurzeit unterrichten wir 10 Schüler/innen mit keinen oder nur sehr geringen Deutschkenntnissen. Dabei ist zu unterscheiden zwischen Schülern/Schülerinnen, die das lateinische Alphabet bereits beherrschen (Mazedonien, Italien, Albanien) und denjenigen, die dies komplett neu erlernen müssen (Libanon, Syrien, Griechenland).  Weitere Unterscheidungsmerkmale sind unterschiedliche schulische Vorbildung, häusliche Bildungsnähe und Sprachfertigkeit der Eltern.

 

2.2 Schüler/innen mit Migrationshintergrund und deutscher Schulbiografie

In jeder der 24 Klassen befinden sich etwa 30% Schüler/innen mit russischsprachigem, türkischsprachigem oder arabischsprachigem Hintergrund sowie vereinzelt Schüler/innen, in deren Familien Griechisch oder Italienisch gesprochen wird. Bezüglich der sicheren Beherrschung der deutschen Sprache ist das Leistungsspektrum sehr heterogen. Während die Kompetenzen im Bereich des Hörverstehens weitgehend zufriedenstellend sind, zeigen sich jedoch häufig Schwierigkeiten beim Lesen und Textverständnis, Schreiben, Grammatik und Wortschatz.

Schüler/innen, die auf unserer Schule nicht erfolgreich sind, scheitern häufig genau an diesen Bereichen, da Texterschließung integraler Bestandteil jedes Fachunterrichtes ist.

 

  1. Derzeitige Förderung

3.1 Verfügbaren Stunden

Da unsere Schule für den gesamten Bereich des Förderns und Forderns für über 600 Schüler/innen nur 11 Stunden zur Verfügung hat, bleiben lediglich insgesamt fünf Stunden für den Bereich DAZ, die zudem auf zwei Standorte aufzuteilen sind.

Diese DAZ-Stunden werden allesamt für den Bereich der Schüler/innen mit keinen oder nur geringen Deutschkenntnissen verwendet. Der Unterricht findet parallel zum Fachunterricht in Kleingruppen statt. Bei längerfristigem Lehrkräftemangel entfallen auch diese Stunden.

Zusätzlich arbeiten diese Schüler/innen mit DAZ-Material während der Fachstunden, an denen sie aufgrund ihrer sprachlichen Defizite noch nicht aktiv teilnehmen können.

Schüler/innen mit Migrationshintergrund und deutscher Schulbiografie bekommen keine separate Förderung außerhalb der Binnendifferenzierung und der allgemeinen Förderstunden, die für alle Schüler/innen offen sind.

3.2 Lehrkräfte

An unserer Schule gibt es keine Lehrkraft mit Ausbildung im Bereich DAZ. Den Unterricht übernehmen Lehrkräfte mit entweder Fakultas Deutsch oder einer Fremdsprache.

Wir nutzen Synergieeffekte durch enge Zusammenarbeit mit den Nachhilfekräften des Bildungs- und Teilhabepaketes.

3.3 Material

Es stehen zur Verfügung: Das Lehrwerk „Prima!“ vom Cornelsen-Verlag sowie eine Vielzahl von Lehrkräften selbst erstellte Materialien.

Einige Tablets mit Programmen zur DAZ-Förderung sind vorhanden.

 

  1. Arbeitsfelder, benötigte Ressourcen und Ausblick

4.1 Allgemeines

Aufgrund der geringen Erfahrung mit Schüler/innen, die kein oder wenig Deutsch sprechen, gibt es an der DBRS noch Bedarf für einen strukturierten schuleigenen Arbeitsplan im Bereich DAZ sowie einer Koordinierung der Maßnahmen, um auf kurzfristigen Lehrkräftemangel nicht mit Stundenstreichung reagieren zu müssen. Um zielgenauer fördern zu können, muss weiter an geeigneten Diagnoseverfahren gearbeitet werden.

Die Möglichkeit älterer Schüler/innen, an einer Sprachfeststellungsprüfung teilzunehmen, muss intensiver geprüft werden.

 

 

4.2 Verfügbare Stunden

Durch die beiden Standorte ist es nicht möglich, durch jahrgangsübergreifendes Arbeiten die DAZ-Gruppen zu vergrößern und somit den betroffenen Schülern/Schülerinnen mehr Stunden zu erteilen.

Es wären pro Standort fünf (also insgesamt 10) Stunden Sprachförderung für Neuankömmlinge nötig, um die unter Punkt 1 definierten Ziele zu erreichen.

Weitere vier Stunden Sprachförderung wären nötig für Schüler/innen mit Migrationshintergrund und deutscher Schulbiografie. Damit würde das Gesamtpaket Sprachförderung

14 Stunden

umfassen. Davon unberührt sind weitere Förder- und Forderstunden für Schüler/innen ohne Migrationshintergrund bzw. ohne Förderbedarf DAZ.

 

4.3 Lehrkräfte

Lehrkräfte, die sich in den Bereich DAZ eingearbeitet haben, benötigen Fortbildungsangebote. Die Kommunikation zwischen DAZ-Lehrkräften im Stammhaus und an der Außenstelle muss intensiviert werden.

4.4 Material

Das vorhandene Lehrwerk ist für die separaten DAZ-Stunden gut geeignet. Allerdings ist ein Großteil der Übungen auf kommunikative Situationen ausgerichtet. Somit ist das Lehrwerk nur bedingt einsetzbar, um Schülerinnen/Schüler in einer Klassensituation mit Arbeitsmaterial zu versorgen.

Eine strukturierte Sammlung mit Materialien soll erstellt werden. Dazu bietet sich seit Neuestem die ISERV-Plattform der Schule an.

4.5 Koordinierung

Zurzeit ist die gesamte Koordinierungsarbeit bei der Fachbereichskonferenzleitung Sprachen sowie der ersten Konrektorin angesiedelt. Verantwortlichkeiten müssen in Zukunft neu ausgehandelt werden, damit wir uns als Schule konzeptionell verlässlich weiterentwickeln können.

  1. Evaluation

Jeweils in der letzten Gesamtkonferenz des Jahres wird überprüft, ob wir die unter Punkt 4 definierten Ziele/Aufgaben erreicht haben. Das Konzept wird gegebenenfalls angepasst.